"Sei Nagasaki die letzte Atombombenopferstadt!" - Die vernünftigen Menschen in Japan schämen
sich dafür, dass ein Land, das auf seine überlegene Technologie eigentlich stolz sein sollte, trotz der harten Erfahrung sowie
des innigsten Wunsches der Atombombenopfer in Hiroshima und Nagasaki die Katastrophe von Fukushima verursacht hat. Diese Katastrophe
hat den Fehler der bisherigen Wirtschafts- und Energiepolitik bewiesen. Sie spiegelt die Schwäche der Politik nicht nur in Japan,
sondern der ganzen Welt; politische, kulturelle und religiö-se Konflikte sind heute eher noch komplizierter geworden. Man muss aufs
Neue danach fragen, ob die Mensch-heit zu Beginn des 21. Jahrhunderts wirklich im beständigen Fortschreiten zum Besseren ist. Erasmus von Rotterdam, Immanuel Kant und Salomo Friedlaender (ein "Altkantianer" des 20. Jahrhunderts, der heute
wieder entdeckt zu werden beginnt) haben schon, jeder auf seine Weise, ihre Zeitgenossen ermahnt, die kriegerische Selbstzerstörung
zu beenden, einen dauerhaften Frieden anzustreben und dafür sich der Moralität klar und fest bewusst zu werden: Sie soll als ratio
cognoscendi der Freiheit der Menschlichkeit zugehören.
An diese klassischen und modernen Texte anknüpfend und sich auf Grundprinzipien der japanischen Verfassung
berufend, plädiert der Autor dafür, dass der Mensch ohne Zweifel Hoffnung auf Zukunft hat. Der ewige Friede ist allein dem Menschen
selbst als Person überlassen; letztere ist das Subjekt der Freiheit und der Moralität, also kommt es auf die Erziehung zur Persönlichkeit
an. Folgende Rezension erschien in der Zeitschrift für europäische Geistesgeschichte "Coincidentia", Band 4/1 (2013)
Copyright © 2012 by Verlag Traugott Bautz GmbH