Rudi Rembold

Fauler Apfel Salafismus
oder die kulturelle Evolution

Abstract / Rezension


Darwin hat uns die Natur als einen Entwicklungsprozess erklärt. Die Natur und damit wir begannen aus dem Nichts und waren immer ein Zwischenzustand einer fortdauernden Entwicklung. Auch die Kultur, die wir uns erfanden, ist nichts anderes als das Ergebnis eines weiteren Entwicklungsprozesses - eine kulturelle Evolution.

Erst als wir aufstanden und Steine als Werkzeuge nutzten, knüpften wir feinmotorisch genügend synaptische Verbindungen, um unserem Denken Beine zu machen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Beim Schnitzen der schelklinger Venus brachte uns dieses Figürchen auf Ideen und ließ uns Geschichten erfinden. So kam in Gang, was wir heute kulturelle Evolution nennen.

Bald darauf duckten wir unser Königsideal Gilgamesch in Tonplatten. Und als wir tatsachlich schreiben gelernt hatten, schrieb einer vom ändern ab. erfand Kult nach Kult. Gilgamesch, Bibel, Kamasutra, Vinaya, Evangelien und der Koran. All das Erfundene und Weitergesponnene drehte sich um überweltliche Lenkung, wollte Gruppen ordnen. Bis wir begriffen, dass wir nur im Alltäglichen leben.

Heute nehmen Verirrte, Salafisten, Nationalisten und andere, die alten Kultfantasien wieder vermehrt als bare Münze, finden dort ihre wahre Ordnung. Aber nur Vernunft und Rationalität sind unsere Zukunftschance. Wenn wir nicht dafür werben, überlassen wir den Ideologen das Feld. Dabei ist es an der Zeit. Evolution systematisch weiterzudenken, das na aus sich selbst lebende Prinzip zu begreifen. Ob komplex oder naiv, brutal oder ethisch korrekt, was wir tun treibt ms an. Lassen wir unseren Kulturprozess ungestört weiterlaufen, wird der Verstand zum Totengräber der Naturevolution. Nur wer in dieser Veränderungskultur angepasst agiert wird auch überleben o surviving of the fittest. Sagte das nicht Darwin?




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